Rückblick auf einige Aktivitäten der Schwerhörigen-Seelsorge der EKHN

 

Gottesdienst unterwegs - "Schneckenkapelle" in Billings

Jubiläum 40 Jahre Schwerhörigen-Seelsorge in Darmstadt

Gottesdienst Unterwegs - im Darmstädter Vivarium

Tag des Hörens am 26. April 2008 in der Centralstation in Darmstadt

Erntedankgottesdienst auf dem Schleiersbacher-Hof

Seminar mit der Hörgeschädigten-Selbsthilfe-Gruppe Darmstadt
"Psychssomatische Begleiterscheinungen bei Hörgeschädigten"

Jugendfreizeit Pfingsten 2005

Projekt mit der Herderschule Darmstadt
im Haus für Industriekultur

Jugendfreizeit Pfingsten 2004

 

Gutes für Körper und Seele - ein Nachmittag für Gehörlose und Schwerhörige

Am 28.10.2017 fand in Darmstadt ein Tag der Begegnung zwischen Gehörlosen und Schwerhörigen statt. Durchgeführt wurde er von Maren Dettmers und Brigitte Kapraun.

Alle sollten gut verstehen können, so gab es neben Gebärdensprache auch verstärkte Lautsprache durch FM-Anlage und die wichtigsten Texte wurden projiziert.
Der erste Teil der Veranstaltung stand unter dem Thema "Meditation und Bewegung".
Nach einer Andacht mit einem tanzenden Mönch wurde mit Gebärdenliedern und einfachen Kreistänzen Gott gelobt. Das war für viele neu, aber alle konnten sich darauf einlassen und haben gute Erfahrungen damit gemacht.

Nach der Kaffeepause wurden Mandalas ausgemalt. Mandalas sind "heilige Kreise", die es in allen Religionen gibt. Das Ausmalen von Mandalas führt zur inneren Ruhe und Gelassenheit. Alle waren konzentriert und mit Freude dabei und am Schluss waren viele schöne Mandalas entstanden.
Dadurch, dass alle aufmerksam miteinander umgingen, klappte auch die Kommunikation - mit Herzen, Mund und Händen.


 

 

 


 
zur Startseite
   

 

Das perfekte Schlappohrdinner
22. - 24. September 2017

Text: Ilse Kleiner
Bilder: Ilse Kleiner, Hans-Gunther Seifert

 

In diesem Jahr konnten wir wieder in das Kloster Germerode, dort hat es uns am besten gefallen. Am Freitag, dem 22.09. ging es mit zwei Autos von Darmstadt aus los. Hans-Gunther Seifert fuhr vorneweg und Maren Dettmers hinterher, bis wir uns in einem Stau in einer Baustelle verloren haben. Etwas verspätet sind wir aber gut in Germerode angekommen.

Frau Franz hatte uns einen Begrüßungskaffee gekocht, der trotz der späten Stunde gerne getrunken wurde. Nach dem Betten beziehen haben wir den obligatorischen Nudelsalat gemacht, für das Nachtessen und die Reste für Samstagmittag.

Nach dem Abendessen durften wir ein Walnussparfait unter der Leitung von unserem Schlappohr-Sterne-Koch Felix Seifert erstellen. Nach einem gemütlichen Abend, der verschieden gestaltet wurde, ging es ins Bett. Zum Frühstück wurden wir mit einem schönen Spruch und dem Fünf-Gänge-Menü-Plan begrüßt.

Roastbeefscheiben mit Kürbiskernöl und Sauce Tartar
************
Lasagne vom Hokkaido mit Babyspinat und Ricotta
************
Schweinefiletmedaillons im Speckmantel auf sautierten
Pfifferlingen mit Thymiankartoffeln
************
Morbier an Feigenterrine mit
gebratenen Weintrauben
************
Walnussparfait mit Gin, Johannisbeeren und
Zabaione von weißer Schokolade

 




Wem läuft dabei nicht das Wasser im Mund zusammen. Also, wer Lust hat in die Küche.
Um 10:37 Uhr begrüßt der Koch Felix die Anwesenden herzlich zur fünften Ausgabe des Schlappohrendinners.

In der Küche haben sich jetzt Gruppen gebildet zum Pfifferlinge putzen, Spinat waschen, Kürbis vorbereiten usw. und Rainer hat sich, wie immer, super um das Fleisch gekümmert. So wurde vorbereitet und gekocht und zwischendurch etwas gegessen.

Am Mittag sind einige auf den Meisner gewandert, andere haben gespielt, gelesen und Brigitte hat weiter " mittelalterliches Namenweben" gemacht, wobei für jeden von uns ein Namensband herauskam, das sie uns geschenkt hat. Einige haben wieder Tischdeko gesammelt für den festlichen Tisch am Abend. Vor dem Abendessen haben wir noch einen Einblick in das Hobby von Brigitte bekommen.

Gegen 18 Uhr konnten wir mit dem Festmahl beginnen. Felix legt sehr großen Wert darauf, dass beim Anrichten jeder Teller gleich aussieht. Deshalb dekoriert er immer einen Teller vor. Nun wurde schnell aufgetragen und das Schlemmen begann.
Zu jedem Gericht gab es den passenden Wein und zum Dessert Sekt. Das Ganze war SUPERLECKER und ich werde gleich mit dem Nachkochen beginnen.


Es sind einige in der Selbsthilfegruppe, die bedauern nicht schwerhörig zu sein, weil sie deshalb nicht zum Kochen mitkommen könne. Am Sonntag haben wir eine spezielle Feedbackrunde gemacht.
Die Heimfahrt verlief ohne Staus und wir waren rasch zuhause.


Vielen Dank an Maren, Hans-Gunther und Felix für das leckere Wochenende, ich freue mich schon auf das nächste Jahr.

 


 
zur Startseite
   

 

"Gottesdienst unterwegs" - am 21. 2 2016 ging es nach Fischbachtal-Billings

Wir feierten eine Andacht in der "Schneckenkapelle" und nahmen uns im Anschluss Zeit für Entdeckungen in der näheren fußläufigen Umgebung.
Treffpunkt war um 14°° Uhr in der Martinstraße zur Bildung von Fahrgemeinschaften, oder um 15°° Uhr in Billings an der Kapelle.
Ich konnte den Fahrservice richtig genießen, denn ich wurde zuhause abgeholt. Wir fuhren durch den "winterlichen" Odenwald nach Billings.
Hans-Gunther Seifert hatte damit gerechnet, dass ein paar Blumen auf dem Altar stünden und der Küster anwesend sei, aber es war immerhin schön warm. Wir bauten den Beamer und die Leinwand auf und jeder bekam eine FM-Anlage, sodass alle gut hören und mitlesen konnten. In Hans-Gunthers Andacht sprach er über die Jahreslosung "Ich will euch trösten. Genauso wie eine Mutter ihr Kind" und er hat den Bezug zu der "Schneckenkapelle" hergestellt. Er sagte unter anderem, dass das Schneckenhaus Geborgenheit bietet. Der Vergleich, dass die Schnecke im Winter ihr Haus durch einen Schalendeckel verschließt und im Frühjahr wieder öffnet könnte an die Auferstehung Jesu erinnern. Der Stein vor dem Grab ist weg.
Nach dem Gottesdienst haben wir uns im Ort umgesehen, aber der Mann, der uns etwas zu der Mühle erzählen sollte, war leider inzwischen verstorben. So sind wir nur etwas spazieren gegangen und haben Enkelhausen entdeckt. Dann gab es Kaffee und Kuchen bei netten Gesprächen. Der Wirt bereicherte uns mit zahlreichen Anekdoten und Insiderwissen über Billings. Es war ein schöner Sonntag.


Ilse Kleiner

 

Gottesdienst Unterwegs -
Besuch in der Nuur-ud-Din-Moschee
Sonntag, 31. Mai 2015

Text und Bilder: Ilse Kleiner


Hans-Gunther Seifert und Maren Dettmers von der Schwerhörigen-Seelsorge hatten für Sonntag den 31. Mai 2015 wieder zu einem "Gottesdienst unterwegs" eingeladen.

Dieses Mal stand nicht "unser" Gottesdienst in der Natur im Mittelpunkt, sondern eine andere Kultur mit einem anderer Glauben - Die Muslime.


Wir wurden vor der Nuur-ud-Din-Moschee herzlich von Herrn Javed empfangen und einem Spruch, der groß im Hof zu lesen ist, LIEBE FÜR ALLE, HASS FÜR KEINEN er wurde 1982 zum Motto der Ahmadiyya Muslim Gemeinschaft ernannt. Dieser Spruch soll ihre Theologie und ihre Praxis als Muslime zusammenfassen.

 

 

Herr Javed, der Öffentlichkeitsbeauftragte in der Gemeinde, hat uns zu Beginn einiges über die Moschee und die Gemeinde erzählt. Hier wurden schon viele Fragen gestellt, die Herr Javed sehr detailliert beantwortete. Der Imam, Herr Sohail, wurde uns vorgestellt er ist für viele Gemeinden zuständig. Danach wurden wir durch die Räume der Moschee geführt, dabei wurde uns erklärt für was die einzelnen Räume genutzt werden. Der Männergebetsraum wie auch deren Waschraum ist im Erdgeschoss.

Im ersten Stock befindet sich der Frauengebetsraum mit deren separatem Waschraum und einem abgetrennten Teil zum Spielen für die Kinder. Die Gebete des Imam werden per Lautsprecher nach oben übertragen. -Hier dachte ich sofort: Das wäre nichts für mich, die ich Blickkontakt brauche!-


Im Gebetsraum der Männer hatte man für uns eine "Ausstellung" mit Bildern und ausführlichen Texten aufgebaut zum besseren Verständnis und zur Erklärung ihres Glaubens. Die Ahmadiyya-Gemeinde ist eine Reformgemeinde, die auf Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad zurückgeht. Er ist nach dem Glauben der Ahmadiyyas der Messias und Imam Mahdi des Islam.


Nachdem sich alle informiert hatten, schon viele Fragen an die anwesenden Gemeindeglieder sowie dem Imam stellten, sang uns Herr Suleman die erste Sure aus dem Koran vor. Diese Sure ist teilweise im Volksmund als das "Vaterunser der Muslime" bekannt.


Die Ahmadiyya Mitglieder, die ihre Gebete in Darmstadt verrichten, setzen sich aus mindestens sieben verschiedenen Nationalitäten zusammen, sie werden in vielen Ländern verfolgt. Die Mitglieder der umliegenden Gemeinden, welche aber in Darmstadt studieren oder arbeiten, beten Ihre Gebete auch in der Nuur-ud-Din Moschee. - Im Übrigen sind es Mitglieder dieses Glaubens, die an Neujahr die Straßen von Böllern und Flaschen befreien.


Viele Fragen kamen jetzt aus unserer Gruppe, unter anderem wie es sich mit dem Pilgern nach Mekka verhält, oder wie sie sich zur Gewalt, die im Namen Allahs verübt wird, positionieren. Sehr ruhig und besonnen wurden die Antworten gegeben. Das Pilgern habe ich mir so gemerkt: jeder dem es möglich ist, sowohl gesundheitlich als auch finanziell, sollte pilgern. Das heißt, wer seine Familie so lange in finanzieller Sicherheit lassen kann und gesund ist sollte einmal nach Mekka gehen.
Der Koran kennt KEINE Gewalt, du darfst dich verteidigen, aber nicht angreifen! Kurz und klar!

Nachdem inzwischen sehr viele Fragen beantwortet waren -aber immer noch Fragen gestellt werden wollten- unterbrach Maren Dettmers und fragte, ob wir jetzt zuerst die Kaffeepause machen oder die Andacht. Nach so vielen Informationen entschieden wir uns für die Pause.


Wir stärkten uns bei Tee, Kaffee und Kuchen und natürlich eifrigen Gesprächen. Maren baute inzwischen den Beamer auf und lud alle zur Andacht ein. Sehr schön war, dass die anwesenden Muslime ebenfalls der Einladung folgten.

Hans-Gunther Seifert hatte eine Andacht unter dem Titel

vorbereitet, konnte aber leider nicht kommen, da er nach einem Motorradunfall im Krankenhaus lag. Danke dafür und gute Besserung.
Es war ein sehr informativer und angenehmer Nachmittag bei sehr netten, offenen Menschen.

 
zur Startseite
   

 

Gottedienst Unterwegs - Fürstenlager Bensheim-Auerbach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei so einer schönen Einladung konnte es gar nicht anders sein als, dass das Wetter mitspielt und die Sonne sich ebenfalls auf den Weg zum Staatspark Fürstenlager macht um beim "Gottesdienst unterwegs" dabei zu sein. Zum Glück hatte Hans-Gunther Seifert Parkplätze innerhalb des Fürstenlagers organisiert , sonst hätte so mancher umdrehen müssen denn das herrliche Wetter lud selbstverständlich noch jede Menge spontane Ausflügler ein . Unsere quirlige Parkführerin war ganz beeindruckt von der mitgebrachten Technik der FM-Anlage. Dass sie nicht laut sprechen musste während der Führung hat sie anfangs etwas irritiert am Ende hätte sie die Anlage am liebsten behalten.

Interessant war es auch andere Menschen zu beobachten, die versuchten sich unserer Führung anzuschließen, die aber wenig bis nichts verstanden, da in "normaler Lautstärke" gesprochen wurde. Die nette Dame erklärte uns, dass das Fürstenlager um 1790 durch die Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt in Auerbach, als Sommerresidenz der Landgrafschaft errichtet wurde. Der etwa 42 Hektar große Park ist ein früher englischer Garten, in dem über 50 exotische Bäume und Sträucher stehen. Eine Vielzahl von Hofgebäuden sind in der Art eines Dorfes angeordnet. Wir haben sehr viel vom Park und über die Landgrafen und Großherzöge erfahren und wie die Bevölkerung hinter allem damals stand und heute noch immer mal mehr und mal weniger steht.

Einen schönen Weitblick hat man von ganz oben auf die Weinberge und in die umgebende Landschaft. Den Abschluss bildete wieder eine Andacht, diesmal im Wachhaus. Die Texte wurden wie immer mit dem Beamer an die Wand projiziert und per FM-Anlage übertragen und begann mit diesen Worten:


Liebe Unterwegsgemeinde, liebe Weggefährtinnen, liebe Wandler unter Gottes Sonne,
wir sind gerade gemeinsam unterwegs gewesen, hier im Park des Fürstenlagers. Wir haben gemeinsam eine Führung erlebt, haben alle mehr oder weniger die gleichen Wege beschritten, die gleichen Dinge gesehen, die gleichen Erläuterungen gehört. Und obwohl wir als Gruppe unterwegs waren, werden wir wahrscheinlich alle ganz unterschiedliche, individuelle Eindrücke gesammelt und Erfahrungen gemacht haben.
Da erhebt sich die Frage: Was bedeutet es eigentlich, sich auf den Weg zu machen? Welches sind die Gründe, die gemütliche Couch daheim zu verlassen? Welche Ziele verfolgen wir damit, unterwegs zu sein? Welche Erwartungen verknüpfen wir damit, eine Wegstrecke zurück zu legen und uns an einen fremden Ort zu begeben?


Ich denke, für uns ist das auf den ersten Blick relativ leicht zu beantworten. Wir sind - so hoffe ich - alle freiwillig hierhergekommen. Wir hatten Lust dazu, heute nicht zuhause zu bleiben, sondern wollten etwas nicht Alltägliches erleben. Vielleicht hat uns die Neugier getrieben, vielleicht der Wunsch nach Geselligkeit. Vielleicht auch die Gelegenheit, endlich mal ein lang gehegtes Vorhaben in die Tat umzusetzen. Vielleicht aber auch, weil wir das Ziel schon kannten, es schätzen und einfach gerne mal wieder hier sein wollten.
Hans-Gunther Seifert hat uns durch verschiedene Bilder mit "Weg-Situationen" geführt zum nachdenken, welches vielleicht unser Weg im Moment ist oder wie wir uns ihn wünschen.


Maren Dettmers hat nach den Fürbitten Tücher ausgelegt um daran meditierend vorbei zu gehen.


braunes Tuch: Unser Weg ist manchmal schwer. Steinig. Wir stoßen uns an großen Brocken. Manchmal werden uns die Brocken auch zu Stufen. Es ist anstrengend.
grünes Tuch: Dann wieder laufen wir leichtfüßig und hoffnungsvoll durch saftige Wiesen und es geht gut voran.
blaues Tuch: wir finden Wasser zum Trinken und Waschen. Alles ist ganz klar und erfrischend.
schwarzes Tuch: Plötzlich kann es ganz dunkel werden, Schlimmes ist geschehen, wir müssen ein tiefes Tal durchwandern.
Hände-Tuch: Doch dann begegnen wir anderen Menschen, die uns trösten, stärken und aufrichten. Gemeinsam geht es besser weiter. Auch wir können anderen die Hand reichen.
gelbes Tuch: Dann erkennen wir plötzlich etwas, das das Leben hell macht und fröhlich. Auf einmal geht alles ganz leicht. Uns geht ein Licht auf. Dann spüren wir Gottes Nähe und bekommen Kraft von Gott. Gestärkt können wir weitergehen.


Zum Schluss bekam noch alle die Karte mit dem Text der "Spuren im Sand". Es war wieder mal ein schöner Gottesdienst unterwegs. Danke an Maren Dettmers und Hans-Gunther Seifert.

Ilse Kleiner und Michaela Bauerfeind

 

Das perfekte Schlappohrdinner
Text und Bilder: Ilse Kleiner

 

"Das perfekte Schlappohrdinner"

So hieß es zum zweiten Mal am 15. August 2014.

Wir trafen uns voller Erwartung am Freitag in der Martinstraße wo wir die beiden Autos mit Lebensmittel und Gepäck und uns beluden. Leider hatten wir im Routenplaner eine falsche Streckenplanung eingegeben. Sie lautet anscheinend: Suche ALLE vorhandenen Staus und Unfälle auf dieser Strecke.

So kamen wir zwar gut gelaunt (die Fahrer allerdings K.O.) viel später als geplant an. Also Gepäck aufs Zimmer, Betten beziehen (wer es kapiert hatte) und in die Küche zum Nudelsalat machen für das Abendessen.

Anschließend trafen wir uns zum "Ankommen", es sollte ja ein entspanntes Wochenende werden, jeder sollte auch zu sich selbst kommen können.

 

Hans-Gunther und Maren hatten Karten ausgelegt auf denen verschiedene Situationen zu sehen waren. Die Karte die zur momentanen Stimmung passte suchte man sich aus und erklärte der Runde wieso und mit welchen Erwartungen man herkam.

Wir haben mit einem Glas Sekt auf ein harmonisches Wochenende angestoßen.

Im Anschluss an das Abendessen trafen sich die Leute die Lust hatten den Nachtisch und Erbsenmousse für das Dinner am Samstag vorzubereiten. Da das Menü noch geheim war konnten wir anhand der Lebensmittel wilde Spekulationen anstellen. Wir waren eine lustige Truppe in der Küche, die unter Anleitung von Felix unserem "Schlappohr-Koch" eine helle und eine dunkle Mousse au Chocolat und Erbsenmousse herstellten. Hans-Gunther Seifert und Maren Dettmers haben fleißig mitgeschrieben was wir wie machten und Hans-Gunther hat noch fleißig fotografiert (genau wie ich). Leider war es dann zu spät um noch einige Spiele zu machen.

Morgens um kurz vor 7 ist die Welt noch in Ordnung.

 

Später gab es ein reichhaltiges Frühstück und für jeden einen schönen Spruch und die Menükarte für unser Dinner.


***********
Erbsenmousse Timbal auf Chinakohlbeet mit Riesengarnelen
und Parmaschinken
**********
Kalbsrückensteak auf Aprikosen-Fenchel Chutney mit
Makadamia-Risotto im Mangoldmantel
**********
Lasagne von weißer und dunkler Mousse au Chocolat
an Stachelbeer-Papaya Confit
**********

Na, neidisch??

 

Um 10 Uhr trafen wir uns zu einem Besuch bei der ev. Communität Koinonia, die auf dem Gelände des Klosters ein Haus hat.

Frau Priller gab uns einen Einblick in ihren Tagesablauf und was man dort alles machen kann. Z.B. Tag(e) der Stille in Gemeinschaft oder alleine.
Dann zeigte sie uns das Haus und die Gästezimmer.

Anschließend nahmen wir an der Mittagsandacht in der Kapelle teil.
Geistig gestärkt trafen sich die Köche und Köchinnen zum vorbereiten der tollen Gerichte.

 

Wie langatmig das Zubereiten des Risottos ist, und wie viel Fingerspitzengefühl man beim nachfüllen von Milch und würzen braucht wusste ich nicht.
Da ständig fünf Leute (ohne Koch) am zubereiten der verschiedensten Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch waren, musste Felix sehr konzentriert arbeiten. Er hat jedem alle Handgriffe erklärt mit dem Warum es so zu machen ist.
Wir haben aber trotzdem immer Zeit für einen Spaß gehabt und viel gelacht. Zwischendurch hat sich jeder an dem Nudelsalat vom Vorabend und dem Rest des Risottos bedient. Man darf beim Kochen nicht hungrig sein, auch nicht durstig, weil man sonst zu viel nascht.
Dank der Kocherfahrung von Felix sind alle Gerichte auf den Punkt gewürzt gewesen, obwohl wir manchmal sagten: "Nicht so viel Salz, oder Pfeffer, oder…. er wusste genau wie viel fehlt"
Für einen festlich gedeckten Tisch hat sich Inge sehr ins Zeug gelegt, sie musste ja mit dem auskommen was wir dabei hatten, bzw. was in der Umgebung zu finden war.
Dieses Mal hatten wir den Beginn des Essens für 18:00 Uhr eingeplant, was auch klappte. Wir waren sehr gespannt auf den Geschmack der Speisen, es waren, für mich jedenfalls alles neue Kreationen. Die Vorspeise fand ich schon mal Klasse.


Anschließend servierten wir uns die Hauptspeise. Das Kalbsrückensteak war auf den Punkt, das hatte wieder Rainer zu verantworten, super!

Das Aprikosen-Fenchel Chutney und das Makadamia-Risotto im Mangoldmadel waren auch sehr lecker (hauptsächlich das Makadamia-Risotto im Mangoldmadel fand ich), wenn ich nicht so satt gewesen wäre hätte ich mehr davon gegessen.

So habe ich mir einen Rest mitgenommen und wenn ich das Rezept habe werde ich es sicher nachkochen, obwohl es eine langwierige Arbeit ist.

Tja, und dann das - na ja - i-Tüpfelchen?
Die Vorbereitungen vom Vorabend in Form der beiden Mousses au Chocolat kamen zum Tragen und es enstand eine wunderbare Lasagne der ganz anderen Art.

Das eigentliche i-Tüpfelchen war aber über das gesamte Wochenende hinweg die lustige, die tiefgründige, die achtsame Gemeinschaft der "Schlappohren", die wieder mal etwas ganz besonderes hervorgebracht hat; nicht nur bezogen auf das perfekte Dinner.


 
 
zur Startseite
   

 

Bewegen und Entspannen - Gutes für Körper und Seele
Zwei Tage für Gesundheit und Wohlbefinden

Text: Ilse Kleiner
Bilder: Ilse Kleiner, Hans-Gunther Seifert

Bewegen und Entspannen - Gutes für Körper und Seele Zwei Tage für Gesundheit und Wohlbefinden

Freitag den 1. 11. von 13 bis 17 Uhr und
Samstag den 2.11. von 10 bis 15 Uhr

So stand es in der Einladung der Schwerhörigen-Seelsorge und darunter "Eine Veranstaltung der Gehörlosenseelsorge, der Schwerhörigen-Seelsorge und Sehbehinderten- und Blindenseelsorge".

Das hat mich natürlich neugierig gemacht. Zwei Tage ein tolles Programm, mit uns Schlappohren, Gehörlosen und Blinden, wow. Wie klappt das auf so kleinem Raum?! Soviel vorweg, es klappte prima, die Gehörlosen haben lachend meine Gebärden verbessert, jeder hat den Sehbehinderten geholfen, alle haben aufeinander geachtet und waren offen zu lernen und zu unterstützen.

Nach der Begrüßung von Hans-Gunther Seifert von der Schwerhörigen-Seelsorge haben wir Sitzgymnastik gemacht und anschließend getrommelt. Es waren 12 Trommeln, und 13 Teilnehmerinnen und Herr Christian Paulus, der uns alles erklärten und den Takt vorgab. Wenn Sie den Raum nicht kennen können Sie sich nicht vorstellen wie das klang, man konnte es mit dem Bauch und den Füßen "hören" der Raum hat gebebt. Eine blinde Frau sagte "gib mir mal die Trommel ich will auch mal sehen wie sie aussieht" und nahm die Trommel und fühlte wie sie aussieht.

 

 

Kaffee, Tee und Kuchen konnte man zwischendurch in zwei Räumen genießen. Wer eine Pause brauchte konnte die mit Massagen füllen lassen.

Als nächstes stand Gedächtnistraining mit Monika Lüttgen auf dem Programm (spielerisch den Geist in Schwung bringen)ja es war spielerisch und wir haben viel gelacht. Übrigens hatte die Gebärdendolmetscherin Frau Tanja Liebmann "alle Hände voll zu tun"!

Um 16 Uhr standen Gebärdenlieder auf dem Programm mit Frau Silvia Schmidt. Frau Pfarrerin Brigitte Kapraun, die Gehörlosenseelsorgerin erklärte, dass es dabei auf einen Rhythmus und wenig Text ankommt, da ja eventuell keine Melodie vorhanden ist. Die Beiden haben allerdings bekannte, kurze Lieder mit uns geübt, mit möglichst wenig unterschiedlichen Gebärden.

Pünktlich um 16:45 Uhr sprach Gerhard Christ, der Sehbehinderten- und Blindenseelsorger den Reisesegen.

Am Samstag um 10 Uhr begrüßte Brigitte Kapraun und gab uns Infos für den Tag. Als erstes Event stand die Sitzgymnastik mit Monika Lüttgen an. Mit Bällen, Bändern und viel Spaß, so hieß es und hat 100% gestimmt. Einen Ball nach rechts oder links geben, kein Problem, einen Ball jeweils nach rechts und links geben, auch noch nicht, wenn aber von beiden Seiten zwei, oder mehr Bälle kommen, ist zum Schluss nur noch Gelächter! Die Bälle waren unterschiedlich groß, damit auch die blinden Frauen den Unterschied merken konnten.

Dieter Kessler bot "Spüren und Einhalten von eigenen Grenzen" an. Ich konnte leider nicht teilnehmen, da ich Schwindel hatte, aber es muss prima gewesen sein, wie man auch auf den Bildern sieht.

Die Mittagspause nutzen wir alle zu Gesprächen mit neuen- und alten Bekannten.

Um 13 Uhr trafen wir uns zum Qi Gong. Frau Kapraun hat extra eine Gebärde für Qi Gong erfunden (fand ich klasse, man sollte sie weitergeben).

Frau Yvonne Reuter hat schöne Übungen mit uns gemacht, auch da machten Blinde und Gehörlose mit. So kam die Gebärdendolmetscherin Nicht zum entspannen! Im Anschluss hat Frau Reuter noch "Progressive Muskelentspannung" angeboten.

In der Schlussrunde mit Frau Lüttgen haben nochmal Alle das "Spiel" mit den vielen Bällen gemacht.

Den Reisesegen sprach wieder Herr Christ. Ich bin sehr zufrieden und entspannt und mit vielen Ideen nachhause gefahren. Danke an die Veranstalter, macht es mal wieder.

 
zur Startseite
   

 

Ausflug mit Andacht im Senckenbergmuseum in Frankfurt


Text und Bilder: Ilse Kleiner

Der etwas andere Gottesdienst der Schwerhörigen-Seelsorge

Für Sonntag den 8. Februar hatte Hans-Gunther Seifert zum Gottesdienst nach Frankfurt ins Senckenberg-Museum eingeladen.
Treffpunkt Darmstadt Hauptbahnhof und mit der S-Bahn nach Frankfurt ins Museum. Mit 15 Personen aus dem Kreis Darmstadt, drei aus Gernsheim und zwei aus Wiesbaden waren wir eine schöne Gruppe. Im Museum, als die FM-Empfänger ausgeteilt waren, teilten wir uns in zwei Gruppen mit je einem Führer. Hans-Gunther hatte den Herrn und die Dame gut informiert, dass langsam und deutlich gesprochen wurde und obwohl es proppenvoll war konnten wir gut verstehen.
Die Ausstellung durch die wir geführt wurden "Safari zum Urmenschen" war ganz toll aufgebaut. Safari deshalb, weil die Ausgrabungen alle in Afrika erfolgten. So ging man an einer nachgebauten Ausgrabungsstelle vorbei und dann weiter zu den "Fundstücken". In schmalen Glasvitrinen waren die Schädel aus den verschiedenen Entwicklungsstufen vom Affen zum heutigen Menschen, zu uns. Vor diesen Glasschränken waren dann die ausgeformten, fertigen Köpfe zu sehen und zu fühlen, denn man durfte sie anfassen. In weiteren Schaukästen war ein Überblick über die Entwicklung als ganzes, also Affe zum Mensch, zu sehen. Die Führerin erklärte sehr lebendig wie es zur Benutzung und später zur Anfertigung von Werkzeugen kam.

Verschiedene Affen benutzen schon ganz gezielt Werkzeuge um z.B. Nüsse zu knacken. Dass die Urmenschen schon sehr geschickt waren wurde uns an Hand von Höhlenmalereien und Figuren die sie gefertigt hatten gezeigt. Nach der Führung konnten wir uns noch verschiedene Videoaufnahmen zu Ausgrabungen ansehen. Insgesamt eine sehr gelungene Ausstellung.
Um 17 Uhr trafen wir uns alle vor dem "Aufenthaltsraum". Ein offener Raum vor dem ein Getränkeautomat und ein Kaffeeautomat standen. Eine Rampe nach unten standen dann Tische in Reihen und Stühle. Es war nicht voll, jedoch waren einige Tische besetzt. Herr Seifert ging mit uns hin und sagte zu den Anwesenden, dass wir eine Gruppe der Schwerhörigen-Seelsorge sind und jetzt unseren Gottesdienst hier feiern wollen, sie aber eingeladen sind mitzufeiern.
Nun war es spannend, wie macht er aus diesem Gesehenen und Gehörten eine biblische Ansprache, wie passt das alles zu unserem Glauben der Entstehung der Menschen und das hat er toll gelöst.
Urteilen sie selbst:

"Liebe Ausflugsgemeinde,
wir haben eben eine Zeitreise gemacht, die uns 7 Millionen Jahre zurück an die Wurzeln der Menschheit geführt hat. 7 Millionen Jahre. Schon das ist eine unvorstellbar lange Zeit. Aber misst man Sie an der Zeit, auf die die Entstehungsgeschichte des Universums und damit unserer Erde geschätzt wird, dann sind diese 7 Millionen Jahre ein ganz klitzekleiner Anteil. Der Urknall mit dem alles begann, liegt ca. 13,7 Milliarden Jahre zurück.
Das ist ein Zahlenverhältnis, das ich nur noch einigermaßen einordnen kann, wenn ich mir die gesamte Entwicklungsgeschichte bis heute als ein Jahr vorstelle.
Es beginnt mit dem Urknall. Und dann passiert erst mal lange nichts. Auf der langsam zusammengeklumpten Erde herrschen Öde, viel Wasser, Wind und totes Gestein. So etwa im September entwickelt sich eine niedere Meerestierwelt, Anfang Oktober erscheinen die ersten Fische. Ende Oktober kriechen die ersten Pflanzen aus dem Wasser und beginnen langsam, sehr langsam, die bis dahin toten Kontinente zu überziehen. Ende November kann man ganz im Verborgenen erste niedere Säugetiere entdecken, eine Woche später, es ist Anfang Dezember, ist der Urvogel da.
Erst gegen Ende des Jahres, so kurz vor Weihnachten, wird das Bild turbulenter. Es beginnen sich die höheren Säugetiere zu entwickeln und die Erde zu bevölkern. Der Mensch fehlt aber auch nach Weihnachten noch. Er erscheint erst am Ende des Jahres, an Silvester, so in den Morgenstunden zunächst als Vormensch und hat bis Mitternacht dann noch 7 Millionen Jahre Zeit, sich ganz allmählich zur heutigen Gestalt zu entwickeln. Der "Homo habilis", also der als fähig, als geistig und geschickt bezeichnete Mensch tritt erst gegen Abend auf den Plan; kurz bevor die Korken knallen.

 

 

 

 

Am 31. Dezember, so etwa um 23 Uhr 58 und 30 Sekunden beginnt, was wir heute als "Weltgeschichte" bezeichnen, was die letzten 6000 Jahre umfasst. Wie rasant diese letzten anderthalb Minuten des Jahres verlaufen, wir erst klar, wenn man bedenkt, was in diesem Zeitraum von der Entwicklung der Schrift bis zum Flug zum Mond alles passiert ist. Das ist - gemessen an dem einen Jahr Entwicklungsgeschichte - ein winzig kleiner Zeitraum!
Und doch bewegen und beherrschen diese 90 Sekunden das gesamte Weltgeschehen. Wir können nämlich nur mit den Fähigkeiten, die sich beim Menschen in dieser winzig kurzen Zeit entwickelt haben die Entstehung der Erde erforschen und mittlerweile auch ganz anschaulich erklären.
Ich mag - und dann reicht es erst mal - noch zwei Zahlen nennen, die heute eine ganz wichtige Rolle spielen. Nämlich: 3500 und 150. Ich verkneife es mir, diese beiden Zahlen auch noch in Sekunden umzurechnen und in das gedachte "Entwicklungsjahr" zu packen.
Vor ungefähr 3500 Jahren sind die ältesten Teile der Bibel entstanden. Sie erzählen uns eine ganz andere Geschichte der Entstehung des Menschen, als wir sie heute hier erleben konnten. Und diese Geschichte hat uns - zumindest hier im europäischen Raum - geprägt wie keine andere. Bis ins vorvergangene Jahrhundert galt die biblische Schöpfungstheorie als gemeinhin anerkannt. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es heftigen Widerstand gegenüber ersten, tiefer durchdachten Ideen zur Entwicklung des Lebens. Und selbst als Charles Darwin im Jahre 1859 mit dem Buch "The Origin of Species" seine Evolutionstheorie veröffentlichte, dauerte es noch Jahre, bis sich die Skepsis selbst im Kreise der Wissenschaftler legte.
7 Millionen Jahre alte Fakten werden gerade mal seit 150 Jahren anerkannt. Das ist sehr erstaunlich!

Als ich mir nun all diese Zeiträume vergegenwärtigte und mir darüber klar wurde, dass ich mich hier und heute auf ein Buch beziehen möchte, das - rein zeitlich gesehen - in der Erdgeschichte eine unbedeutende Rolle spielt, war ich etwas unsicher.
Die biblische Schöpfungsgeschichte dem hier Erlebten gegenüberstellen? Da kann ich mich schnell verheddern.
Die biblische Schöpfungsgeschichte und die darin festgelegte Verantwortung als spätes Anhängsel einer tief beeindruckenden Entwicklung darstellen? Das kann sehr platt werden?
Ich habe dann nachgeschlagen, was zum Stichwort "Zeit" in der Bibel zu finden ist. Es ist ziemlich viel; so knapp 200 mal kommt das Wort vor.
Hängen geblieben bin ich bei einer sehr bekannten Passage aus dem Buch des Predigers.
Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde." (H-G Seifert)

Herr Seifert hat diesen Text genau zitiert und erläutert und zum Schluss hat er dann noch den Text aus Peter Spangenbergs Buch "Alles hat seine Zeit" das Weisheitsgedicht des Predigers in eine Sprache der modernen Welt übersetzt vorgelesen.

"Im Angesicht der Zeitspanne, die wir heute durchschritten haben und im Angesicht der Erkenntnis, dass wir uns als Menschen nur dadurch haben entwickeln können, dass wir uns den Bedingungen der Zeit angepasst und sie genutzt haben, erscheint mir der Text wie ein Gebet:


Alles hat seine Zeit
und jede Erfahrung hat ihren Augenblick.
Kinder bekommen hat seine Stunde,
und auch der Tod hat seine Zeit.
Saat und Ernte haben ihren eigenen Tag.
Die Augenblicke von Bedrohung und Angst
gehören zum Leben.
Heilen und Vergeben haben ihre Stunde.
In Minuten stürzt vieles ein,
Zeit braucht es, um aufzubauen.
Kostbar ist die Stunde des Weinens;
befreiend sind die Augenblicke des Lachens.
Es gibt auch Zeiten des Tanzens,
und Stunden gibt es, alles hinzuwerfen,
Augenblicke dagegen,
wo ich das Leben einsammeln möchte.
Jede Umarmung hat ihre Zeit,
aber auch die Erfahrung,
einander fremd zu sein.
Ich kenne Stunden des Suchens,
ich kenne auch Stunden gähnender Leere.
Es gibt Zeiten zum Behüten,
genauso auch Zeiten des Loslassens.
Schweigen hat seine Bedeutung,
es sind Stunden der Stille.
Reden hat seine Zeit.
Liebe und Hass- beides sind Erfahrungen,
die zum Leben gehören." (H-G Seifert)

Und mit dem Vater unser schloss dann unser Gottesdienst.

Nun haben wir schnell den Beamer, da alles mitzulesen war, und die FM-Anlage eingepackt und sind rasch zum Bahnhof da unsere S-Bahn in 7 Minuten fahren sollte. Dort angekommen standen viele Menschen da und ständig waren durchsagen über Lautsprecher nun haben wir die Guthörenden gebraucht um zu erfahren was gesagt wurde. Durch den Sturm fielen viele S-Bahnen aus, da Bäume auf den Gleisen liegen. Wir aus Darmstadt hatten Glück und unsere S-Bahn kam umgehend, aber wie ich später erfuhr sind die Frauen aus Gernsheim mit dem Taxi gefahren.
Es war ein schöner Tag und ich freue mich schon auf den 24. April wenn es heißt "Auf dem Holzweg" im Darmstädter Wald.


 
zur Startseite
   

 

40 Jahre Schwerhörigen-Seelsorge

Text: Rebecca Keller (Darmstädter Echo)
Bilder: Manfred Dietrich

Gleiche Chancen für "Schlappohren"
Jubiläum: Die Schwerhörigenseelsorge und ihr Gründer Manfred Ahlgrimm blicken auf ihre vierzigjährige Geschichte zurück

Es ist kein Schimpfwort für Schwerhörige: Als "Schlappohren" bezeichnen sich Betroffene gern selber, um zu zeigen, dass sie ihre Behinderung nicht immer allzu schwer nehmen wollen. Denn als Hörgeschädigte können sie durchaus am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
Dazu verhilft in Darmstadt nicht zuletzt die Schwerhörigenseelsorge, die am Sonntag ihr vierzigjähriges Bestehen im Gemeindehaus der Johannesgemeinde feierte. Denn an dieser Stelle hielt der damalige Pfarrer der Johannesgemeinde, Manfred Ahlgrimm, am 1. Advent 1969 den ersten Gottesdienst für Schwerhörige und reagierte damit auf eine Initiative des Ortsvereins des Deutschen Schwerhörigenbundes.
Fortan trat er für die Interessen Schwerhöriger auch über die Gemeindegrenzen hinweg ein. Er hielt Vorträge über die Situation schwerhöriger Menschen und machte vor allem darauf aufmerksam, wie diese besser einbezogen werden können. "Langsam, laut und deutlich sprechen, sodass Betroffene vom Mund ablesen können, aber nicht schreien", beschrieb Ahlgrimm Tipps, die er als ehrenamtlicher Schwerhörigenseelsorger damals gab.

 

 

Küster, Mitarbeitende in Diakoniestationen, Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern schulte er im Umgang mit Schwerhörigen. Betroffene selber ermutigte er zu mehr Selbstbewusstsein: "Das Beste ist, sich als Schwerhöriger zu outen." Nur so könnten Guthörende angemessen auf ihre Bedürfnisse eingehen. Dass es heute in öffentlichen Häusern in Darmstadt außer in Kirchen etwa auch im Staatstheater Induktionsanlagen gibt, ist nicht zuletzt Pfarrer Ahlgrimm und der Schwerhörigenseelsorge sowie dem Ortsverein des Schwerhörigenbundes zu verdanken.
So nutzte Hans-Gunther Seifert, seit 2003 Beauftragter für Schwerhörigenseelsorge im Evangelischen Dekanat Darmstadt-Stadt und in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, die Gelegenheit, den anwesenden Sozialdezernenten Jochen Partsch auf die "selten, allenfalls unbefriedigend funktionierenden Induktionsanlagen in den Kapellen des Alten und des Waldfriedhofs" hinzuweisen, wofür er Beifall erntete. "Ich kümmere mich drum", versprach Stadtrat Partsch.
Seifert zeigte sich beeindruckt von der "Kommunikationskultur unter Schwerhörigen". Bewusstes Zuhören und sich Vergewissern, dass das Gesagte angekommen ist, seien "Grundsteine der Nächstenliebe".

Dekan Norbert Mander hielt den Gottesdienst zum Jubiläum und bekannte, selbst ein Betroffener zu sein. Erst bei seinem Amtsantritt 1998 lernte er die Schwerhörigengottesdienste, damals unter der Leitung von Pfarrerin Vera Langner, in der Johannesgemeinde kennen.
Bevor die Pfarrerin ihren Dienst zunächst auf Honorarbasis antrat, sollte das Arbeitsfeld wegen Stellenkürzungen wegfallen. Erst auf Drängen des Schwerhörigenbundes fand der damalige Dekan Karl-Heinz Kimmel eine neue Lösung. 2000 wurde die Schwerhörigenseelsorge auf die gesamte Landeskirche im Rahmen des Zentrums Seelsorge und Beratung ausgedehnt.
Dafür, dass die Seelsorgearbeit an Schwerhörigen "nicht dem Rotstift zum Opfer fällt", wolle sich Mander einsetzen. Für ihr "konfessionsüberschreitendes Engagement" lobte Rainer Schertler, der Gründer der Hörgeschädigten-Selbsthilfegruppe Darmstadt, die Schwerhörigenseelsorge. Vor vierzig Jahren sei die Integration von Behinderten kein vorrangiges Ziel der Gesellschaft, die medizinisch-technischen Möglichkeiten für Schwerhörige seien noch nicht ausgereift und die Aufklärung über Hörschädigungen noch nicht ausreichend gewesen, erklärte Schertler. "Es war normal, dass man die Oma anschreien muss."
Hörgeschädigte legten nicht selten ihr schlecht sitzendes Hörgerät weg, hörten nicht mehr zu und gehörten so auch nicht mehr gesellschaftlich dazu. Die Schwerhörigenseelsorge habe in vierzig Jahren zur Integration von Schwerhörigen nicht nur in der Kirche beigetragen.

 
zur Startseite
   

Gottesdienst im Vivarium

Text und Bilder: Ilse Kleiner

Der etwas andere Gottesdienst in Darmstadt

Da der Schwerhörigengottesdienst an Besuchern verlor, jedoch die Gottesdienste im Freien, zum Beispiel Erntedankgottesdienste beim Bauern gut besucht waren, entschloss sich Hans-Gunther Seifert, nach Diskussionen mit den Gottesdienstbesuchern, sogenannte "Eventgottesdienste" anzubieten.
Am 28.6. war solch ein Gottesdienst im Vivarium zum Thema "Tiere in der Bibel" angekündigt. So trafen wir uns vor dem Vivarium und Hans-Gunther Seifert führte uns in den Schulungsraum des Vivariums wo uns Herr Velte begrüßte, der uns anschließend führte und über die Tiere in der Bibel spannend erzählte. Zuvor aber erhielten wir die Empfänger der Funkmikrophon-Anlage und Herr Velte das dazugehörige Mikrophon, damit wir überhaupt verstehen konnten.


Dann ging es durch das Vivarium und Herr Velte erzählte sehr fundiert und spannend was die Tiere in biblischer Zeit den Menschen bedeuteten. So erfuhren wir warum es in der Bibel heißt "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Himmelreich kommt". Es kommt daher, dass Kamele in der Wüste leben und keine Torbogen oder Gräben kennen und sich deshalb ängstigen durch einen Torbogen in eine Stadt zu gehen. Er erwähnte dabei, dass in einem Zoo die Kamele lediglich durch einen 30 cm breiten Graben "eingesperrt" sind. Aber wir haben auch über Geier, den Esel, die Eule, das Rind und den Fuchs erfahren. Die Führung dauerte eine Stunde und war spannend vom Anfang bis zum Ende. Da die Sonne schien, war es für mich, und die 16 Teilnehmer, bestimmt ein unvergessenes Erlebnis.

Anschließend durften wir den Schulungsraum für unseren Gottesdienst benutzen. Hans-Gunther Seifert hatte schon, wie gewohnt, den Beamer aufgebaut, sodass wir die Andacht auch mitlesen konnten. Das Thema seiner Predigt - "Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut"- war treffend gewählt und inhaltlich wieder prima. Den Segen mit dem der Gottesdienst endete, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:


Dein Weg komme Dir entgegen.
Der Wind stärke Dir den Rücken.
Die Sonne scheine warm Dir ins Gesicht.
Der Regen falle sanft auf dein Feld.
Bis wir uns wieder sehen,
berge Gott dich in der Tiefe seiner Hand.

 
zur Startseite
   

 

Am Samstag, den 26.4.2008 fand in der Centralstation in Darmstadt der "Tag des Hörens" statt. Mehr als 100 BesucherInnen hatten Gelegenheit sich bei Fachvorträgen zu medizinischen und psychologischen Fragen, bei Erfahrungsberichten an den Informationsständen verschiedener Initiativen und bei dem Experten-Talk über Ursachen und Folgen von Schwerhörigkeit zu informieren. Der Tag des Hörens wurde von lokalen Initiativen gemeinsam vorbereitet und gestaltet.

Ziel war, die Menschen und Themen rund um Schwerhörige oder Tinnitusbetroffene besser zu vernetzen und Informationen über gelingende Kommunikation im Lebens- und Arbeitsalltag auzutauschen.

Als eine Folge dieser Bemühungen entsteht derzeit ein Internetportal, das - bezogen auf den Großraum Darmstadt - aktuelle Informationen und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme bieten wird.

Bilder der Veranstaltung gibt es hier

Einen Bericht im "Darmstädter Echo" vom 28.4.2008 gibt es hier (pdf 28 KB)


Erntedankgottesdienst auf dem Schleiersbacher-Hof

Text Ilse Kleiner, Bilder Manfred Dietrich

Am Sonntag dem 30.09.07 waren wir von der Schwerhörigenseelsorge zur Familie Böhm in Fränkisch-Crumbach zum Erntedankgottesdienst eingeladen worden. Für mich und meinen Mann kein Problem, wie man nach Fränkisch-Crumbach kommt wissen wir, dachten wir. Aber da in und um Ober-Ramstadt alles voller Baustellen ist, sind wir eine Abkürzung gefahren, die jedoch durch Feld und viel Wald ging und bedeutend länger dauerte. Aber wir sind doch noch relativ pünktlich angekommen.
Das schöne bei einer kleinen, überschaulichen Gemeinde ist, dass jeder sich fröhlich begrüßt und weiß, der und der will auch noch kommen, und dann wartet man ein paar Minütchen. Familie Böhm hatte eine kleine Scheune mit Stühlen bestückt und wunderschön geschmückt. Ein großes Schild lautete "Erntedank-Gottesdienst", so wurden auch andere eingeladen teilzunehmen.

Zur Einleitung teilte uns Hans-Gunther Seifert mit, dass er in Ermangelung der Orgel, Lieder ausgesucht hat die er vom mitgebrachten CD-Player, musikalisch begleiten konnte. Aber auf unseren Gesang möchte ich nicht näher eingehen. Sein Predigtthema "Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut" passte nicht nur gut zu Erntedank, sondern auch zum "Schleiersbacher-Hof". Herr Seifert: "Wo ist die Grenze zwischen vernünftiger Sparsamkeit und unverantwortlichem Geiz? Gute Lebensmittel kosten einen guten Preis. Gut und sauber produziertes Fleisch ist nun einmal teurer als Gammelfleisch. Lebensmittel sind Mittel zum Leben. Sie wachsen und gedeihen ohne dass wir die Prozesse des Wachsens und Gedeihens in Gang setzen können. Zwar können wir sie beeinflussen, indem wir hegen und pflegen, gießen und düngen." Außerdem bedachte er auch die Umweltprobleme, die wir uns bereiten. Er appellierte an uns, nicht gedankenlos durch das Leben zu gehen. Er schloss mit den schönen Worten den Gottesdienst:
"Unser Glaube sieht die Güte Gottes und will uns Dankbarkeit lehren. Unsere Liebe sieht auch das schwache Geschöpf Gottes, die Mitmenschen und die Kreatur, die Gott uns anvertraut hat. Unsere Hoffnung sieht die Liebe Gottes zu seiner Schöpfung: "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht."
Am Ende des Gottesdienstes kam Herr Böhm und übernahm das Micro. Er erzählte uns wie es zu der heutigen Form der Weidekälberzucht kam. Da alle "Schlappohren" mit FM-Empfängern ausgerüstet waren, konnten wir entspannt mit Ihm einen Rundgang über den Hof machen und trotzdem verstehen. Er erzählte uns, dass er im Moment große Probleme mit einer ausländischen "Krippeform" zu kämpfen hat, die die Kälber im Mutterleib sterben lassen. Wir besuchten die Kühe, die zur Beobachtung in einem offenen Stall standen.
Und jetzt ging es zu selbst gemachtem Kaffee und Kuchen, der sehr lecker war.
Nach Hause sind wir keine Abkürzung gefahren.

   
zur Startseite
   

 

Seminar mit der Hörbehinderten-Selbsthilfegruppe Darmstadt (HSD)
"Psychssomatische Begleiterscheinungen bei Hörgeschädigten"

Am Samstag, den 1.10.2005 trafen sich zwölf überwiegend hörgeschädigte Menschen in den Räumen der Schwerhörigen-Seelsorge in der Martinstraße.
Die Schwerhörigen-Seelsorge der EKHN und die Hörbehinderten-Selbsthilfegruppe Darmstadt (HSD) hatten zu einem Seminar mit dem Thema "Psychssomatische Begleiterscheinungen bei Hörgeschädigten" eingeladen.
Neben einer FM-Anlage wurde das Verstehen noch durch Lautsprach-Begleitende-Gebärden von Oliver Rien, dem selbst hörgeschädigten Referenten, einer power-point-Präsentation und stellenweise Verschriftlichung des gesprochenen Wortes via Projektor unterstützt.
Inhaltliche Schwerpunkte des Seminars war die Trauerarbeit, die im Fall einer Hörschädigung geleistet werden muss. Oliver Rien hat sehr eindrucksvoll die verschiedenen Phasen der Trauerarbeit beschrieben und zur Diskussion gestellt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen sehr interessiert und engagiert am Seminar teil, was sicherlich zu einem großen Anteil zum Gelingen des Seminars beitrug

Auch den Rosen in der Mitte des Stuhlkreises ging es gut; sie erblühten im Laufe des Tages zu voller Pracht.

   
zur Startseite
   

 

Wechselhaft und heiter - oder: (sich) Regen bringt Segen !
Jugendfreizeit in Kooperation mit der (damaligen) Martinsgemeinde Darmstadt

Schlechtes Wetter gibt es nicht - es gibt nur schlechte Kleidung. So oder ähnlich könnte das Motto auch gelautet haben. Aber es kam sogar noch schlimmer: Beim Aufbau er Zelte auf der Jagstinsel "Wörd" bei Jagsthausen mussten wir feststellen, dass wir die Verbindungselemente für das Aufenthaltszelt in Darmstadt vergessen hatten. Bei den angekündigten Wetteraussichten ahnten wir Schlimmes! Aber noch war es ja trocken und wir konnten das Küchenzelt so umräumen, dass alle 14 irgendwo zwischen Vorräten, Kochtöfen und am Zeltgestänge baumelnden Schöpfkellen Platz fanden.
Und dann kam der große Regen. Und mit ihm sanken die Temperaturen merklich. Aber nicht die Stimmung; denn alle hatten mehr oder weniger die richtige Kleidung. Die einzige wirkliche Herausforderung war, das Lagerfeuer in Gang zu halten. Denn auf die "Heizung" - selbst wenn sie die meiste Zeit im Regen stand - wolte niemand verzichten. So gab es denn auch immer ein paar Unerschrockene, die mit Regenjacke und Gummistiefeln ausgerüstet beim nahe gelegenen Wehr auf die Jagd nach Schwemmholz gingen.

Einen innerlichen Ruck musste man sich allerdings geben, bei dem Wetter auch noch zu paddeln und dabei Gefahr zu laufen, zu kentern und ganz und gar nass zu werden. Die Regenfälle hatten die Jagst recht ordentlich anschwellen lassen. Das Wasser floss schnell und tückische Stellen gab es zu Hauf. Folglich erwischte es auch das ein oder andere Boot. Aber dank der wasserdicht verpackten Ersatzkleidung konnten die Gekennterten den Zeltplatz einigermaßen trocken erreichen.

Eine einprägsame Erfahrung brachte das Wetter denoch mit sich: Der Kälte und Nässe zu trotzen, statt sich der Faulheit zu ergeben, bringt alle mal mehr Spaß. Wenn man sich mal überwunden hat, ungeachtet des Regens Volleyball oder Ringtennis zu spielen, zu Paddeln - es ging ja durchaus auch ohne Kenterung - oder das Feuer in Gang zu halten, machte es kaum noch was aus, keine trockenen Socken mehr zu haben, oder abends müde in den etwas klammen Schlafsack zu kriechen. Und immerhin: es gab ja hin und wieder auch ein paar Aufheiterungen und Regenpausen.
Wechselhaft war also das Wetter, heiter die Stimmung. Da wäre es doch ein toller Abschluss der Freizeit, wenn man am Montag die Zelte trocken verpacken könnte! Und siehe da: am Sonntag abend riss die Wolkendecke auf und die Abendsonne tauchte den mittlerweile ziemlich vermatschten Zeltplatz in ein mildes Licht. Die Nacht blieb klar und kalt, aber das Frühstück im Sonnenschein war richtig gemütlich und obendrein sehr spannend. Anna, Zabih und Felix erzählten nämlich ausführlich von ihren jeweiligen Hörschädigungen und berichteten über ihre Erfahrungen in Schulen, im Freundeskreis und vor allem mit Hörenden. Und die hörten - um Hörminderung auch mal zu spüren, mit verstopften Ohren - bei diesem Frühstück gespannt zu und konnten viel lernen.

 

Hier gibt es alle BIlder der Freizeit zu sehen

 
   
zur Startseite
   

 

Projektmit der Herderschule Darmstadt im Haus für Industriekultur am 15.12.2004

Ein spannender Tag für sieben hörgeschädigte SchülerInnen der Darmstädter Herderschule. Zusammen mit den Fachlehrern für Hörgeschädigtenkunde Uli Vaeth und Dirk Meyer sowie Marion Hohlmann und Jörg Hofferberth vom OV Darmstadt des DSB verbrachten Gülizar, Sabrina, Katharina, Daniel, Dennis, Friedrich und Kenan einen Tag in der Druckwerkstatt des "Hauses für Industriekultur". Unter dem Motto "Selbstbewusst und kreativ" und unter der Anleitung des Pädagogen und Künstlers Wolfgang Blauert hatten sie die Möglichkeit ,
ihrer Situation einen künstlerischen Ausdruck zu verleihen.
Nach einem etwas schleppenden Beginn in der Gesprächsrunde zum Themenbereich "In welchen Situationen erlebe ich meine Hörbehinderung besonders belastend?", "Wie fühle ich mich dabei?", "Was hilft mir, besser zu verstehen?" und nachdem die Zettel und Stifte beiseite geräumt waren, ging es zur Sache.

Die faszinierend vielen und anregenden Materialien in der Druckwerkstatt begannen auf die Kreativität zu wirken.

Schnell hatte Wolfgang Blauert alle Hände voll zu tun, um denen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, die Lettern und selbst erstellte Druckvorlagen mit Farbe berollt und unter die Druckpresse bugsiert hatten.

 

Die mitgebrachten und zum Teil gesponsorten
t-shirts verwandelten sich in Windeseile in sehr unterschiedliche und aussagekräftige Kunstwerke

   
alle Bilder des Tages gibt es hier
   
zur Startseite

 

Jugendfreizeit Pfingsten 2004

in Kooperation mit der Martinsgemeinde Darmstadt

Kanu-Freizeit an der Jagst
Eigentlich enttäuschend, wenn sich zur gemeinsamen Freizeit für hörende und schwerhörige Jugendliche gerade mal ein Hörgeräte-Träger und zwei Jungs anmelden, die das Thema von zuhause her kennen. Wie soll man da Begegnung, gegenseitiges Verständnis und den Abbau von Vorurteilen unter 16 Leuten organisieren? Wie mag sich - nennen wir ihn Felix - als einziger und einsamer Hörgeschädigter unter lauter lauten "normal Hörenden" vorkommen?
Freilich, beim Paddeln ist man nicht so sehr auf lautsprachliche Verständigung angewiesen. Oft rauscht der Fluß zu sehr und schließlich gibt es im Kanusport klare Handzeichen, die die Lautsprache ersetzen. Aber spätestens am Lagerfeuer wird's dann schwierig.

Es sei denn, man dreht den Spieß um und macht für einen Tag alle Jugendlichen zu Hörbehinderten.

Felix fand es "echt klasse" dass sich alle auf das Experiment einlassen konnten und einen ganzen Tag mit dicken gelben Ohrstöpseln rumliefen bzw. rumpaddelten - sogar bei der Mittagsrast auf der belebten Wiese beim Kloster Schöntal an der Jagst, wo die auffälligen Ohrstöpsel schon etwas peinlich waren.
Und Felix fand es auch gut, darauf hinzuweisen, dass er schließlich immer mit den Hörgeräten unter die Leute muss.

Das Erstaunlichste war, dass nach dem Tag mit Pfropf im Ohr allen Jugendlichen klar war, wie wichtig es ist, langsam und deutlich zu sprechen, sich auf ein Gespräch zu konzentrieren, nicht von hinten angesprochen zu werden und wie anstrengend es sein kann, Missverständ-nisse zu vermeiden und sich klar auszudrücken.

Und so war denn die Freizeit für alle ein Gewinn; im besten Sinne "ent-täuschend", weil ganz nebenbei Vorurteile verschwunden sind und Verständnis für die Situation von Schwerhörigen entstanden ist.

 

   

Die Bilder der Freizeit gibt es hier

 

 

zur Startseite

zum Seitenanfang